Ninosh Lebenskünstlerin unter den Tätowierern

«Unsere Vagabundin: Vielseitig und künstlerisch begabt».

Ninosh ist die Lebenskünstlerin unter den Tätowierern. Sie tingelt gerne um die Welt – immer auf der Suche nach neuen Materialien, die sie bearbeiten kann.

Tätowiererin Ninosh Tattoo Artist Skin Deep Art

Ninosh, du nennst dich auf Instagram «Vagabund-Tattoo», was hat es damit auf sich?

Freunde nannten mich manchmal so. Du kannnst dir ja vorstellen warum. So habe ich alles, was im Atelier entstand, einfach Vagabund genannt: Möbelstücke, Fotoserien, Schmuck, Rucksäcke – und irgendwann dann Tattoos.

Wer sich deinen Instagram-Account anschaut, sieht sofort: Da ist eine vielseitige Künstlerin am Werk. Erzähl mal, mit welchen Materialien experimentierst du herum?

Ich experimentiere gerne und muss vor allem Spass haben, sonst verliere ich das Interesse. Das mit den Holzstruktur-Prints entstand, als ich meinen Truck umgebaut habe, die Sache mit den Zahnrädern und anderem Metall, als ich abends nach dem Rumschrauben am Truck die öligen, dreckigen Flecken, Streifen und Abdrücke auf Armen und Beinen noch schön fand. So kam eins zum anderen.

Woher stammte dein Wunsch, Tätowiererin zu werden?

Das war nie ein Wunsch, das ist einfach so passiert. Ich wollte einfach immer mehr lernen um besser und besser zu werden. Aber mit dem Interesse an Tattoos bin ich geboren :-D. Es gab und gibt kein dominanteres Thema für mich, die Geschichte, Techniken, Haut, Maschinen, Menschen und so weiter.

Wie würdest du deinen Tattoo-Stil beschreiben?

Blackwork, experimentelles Blackwork vielleicht? Ich mag wilde Sketches, wie auch klares Linework. All die Drucke und Farbspritzer sind mehr intuitiv, abstrakt. Aber Linocut zum Beispiel ist klar eine grafische Technik. Ich tu mich schwer mit Schubladen...

Muss jedes Tattoo deinen persönlichen Touch haben oder stichst du auch einfach nach Vorlagen?

Ich mache keine Kopien. Das ist für mich ein absolutes No-Go. Logisch holen sich viele ihre Inspiration auf diversen Plattformen, es gibt aber eine klare Grenze zwischen «sich inspirieren lassen» und kopieren. Es kommt vor, dass ein Kunde sich auf ein Bild das er/sie gesehen hat versteift und dabei vergisst, dass es beim Tätwoieren um Individualität geht. Ich persönlich mag Bücher mehr als Google. Kommt jemand mit klaren, umsetzbaren Vorstellungen passe ich mich auch gern an.

Was wäre dein Traumauftrag?

Glücklicherweise hatte ich schon einige Traumaufträge, da spielt einiges mit. Harmonie mit dem Kunden, Idee, Platzierung, Stil und genug Zeit. Dann das Projekt passieren lassen, experimentieren und über die Schmerz- und Müdigkeitsgrenze hinaus tätowieren. Ich mag lange Sessions, die Längste war 18 Stunden.

Hast du auch mal eine kreative Blockade? Und wie kommst du da wieder raus?

Klar. Freunde treffen, Schnaps trinken, lange schlafen und stundenlang an die Decke starren bis es vorbei ist. Einfach nichts erzwingen. Irgendwann entsteht aus dem Nichts etwas Neues.

Was dürfen wir in Zukunft noch von dir erwarten?

Hey wirklich, keine Ahnung :-D.